Trauma-sensitives Arbeiten in der Manualtherapie
Einleitend wird in diesem Seminar anhand einiger Fallgeschichten dargestellt, wie unerkannte traumatische Belastungen bei Schmerzpatienten zu ungünstigen Verläufen führen können, wenn das Beschwerdebild rein „organmedizinisch“ interpretiert, abgeklärt und behandelt wird. Während das Beschwerdebild einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) inzwischen recht gut bekannt ist und seltener übersehen wird, sind die Folgen von Trennungserlebnissen in der frühen Kindheit sowie ungünstigen Entwicklungsbedingungen („Adverse Childhood Experiences“) trotz solider empirischer Daten hinsichtlich ihrer vielfältigen negativen gesundheitlichen Folgen diagnostisch noch immer nicht einheitlich klassifiziert. Da eine diagnostische Kategorie Voraussetzung für die Beantragung von Forschungsgeldern ist, bleibt die Versorgungslandschaft in diesem Bereich weiterhin defizitär. Die lebensgeschichtliche Belastung der Betroffenen kommt häufig nicht zur Sprache und sie werden nicht adäquat betreut. Wenn eine physiotherapeutische Behandlung nicht befriedigend verläuft oder ein Patient unerwartet auf Interventionen reagiert, sollten Sie einen möglichen traumatischen Hintergrund explorieren, den Betroffenen weiterführende Literatur empfehlen und gegebenenfalls eine psychotherapeutische Mitbehandlung anregen. Darüber hinaus können Sie in diesem Seminar lernen, wie Sie Ihre Behandlung traumasensitiv gestalten und welche einfachen Übungen helfen, die Selbstregulation zu verbessern.
140 CHF