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ZWISCHENWELTEN - Ab 20. August im Kino

In seinem Dokumentarfilm nimmt uns Thomas Karrer mit auf eine Reise ins Appenzellerland, wo seit jeher ein besonderer Umgang mit Geistheilern besteht.

Tauchen Sie ein ins Appenzellerland

Naturheilpraktiker stellen hier Tinkturen und Salben her, und ergänzen mit ihren alternativen Heilmethoden die Schulmedizin. So entstehen aussergewöhnliche Arten der Zusammenarbeit. Denn was zählt, ist nicht nur die Heilung sondern auch der Weg dorthin.

Der Dokumentarfilm «Zwischenwelten» liefert keine Lösungen: Er sucht, er hinterfragt und bleibt dabei doch in der Rolle des Beobachters, der sich dem Rätsel des Heilens nähert, für das es keine eindeutige Antworten gibt.

 

Alle Vorpremieren finden in Anwesenheit der Protagonisten statt! 

Die Termine finden Sie unter: www.zwischenwelten-film.ch

 

Interview mit dem Regisseur

WOHER STAMMT IHRE FASZINATION FÜR DIE ALTERNATIVEN HEILMETHODEN IM APPENZELL?

Da ich bereits zahlreiche Filme für das Museum im Appenzell realisieren durfte, bin ich als Filmemacher stark mit den Traditionen des Appenzellerlands verbunden. Diese gehen wiederum mit gut gehüteten Geheimnissen einher. So ist beispielsweise die Rezeptur der Sulze für den Appenzellerkäse oder jene des Alpenbitters bekanntlich streng geheim. Ähnlich verhält es sich mit den Gebetsheilern, die gegen «Hitz ond Brand» beten. Alle wissen, dass es sie gibt, aber öffentlich will niemand darüber reden. Dieser Aspekt hat mich sehr gereizt.

 

Ich selbst habe einen langen Weg mit meinem Hautausschlag hinter mir und habe verschiedenste Heilmethoden ausprobiert, von der klassischen Medizin über die Homöopathie bis hin zur Naturheilkunde. Die Neugierde hat mich stets weitergetrieben. Schliesslich war es an der Zeit, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ausserdem war ich fest davon überzeugt, dass sich das Thema «Heilen» für einen Dokumentarfilm eignet und gleichzeitig etwas sehr Persönliches sein kann.

 

IM FILM IST OFT DIE REDE VON GÖTTLICHER ENERGIE UND DANKBARKEIT. WIE VERSTEHEN SIE DIE VERBINDUNG ZWISCHEN RELIGION UND NATURHEILKUNDE?

Alle katholischen Bergregionen kennen das Phänomen der Gebetsheiler_innen, so sind diese beispielsweise auch in Bayern, im Montafon oder im Jura weit verbreitet. Ich denke, dass der Glaube und die eigene Heilkraft sehr nah beieinander liegen. Die Naturheilkunde braucht die Kraft der Heilpflanzen und die Kraft des Glaubens. Dabei geht es eher um die Frage, was ich glaube, und nicht, an wen ich glaube. Die «göttliche» Energie wird als eine überdimensionale Kraft verstanden und muss nicht zwingend an einen Gott gebunden sein. Geistheilen hat nichts mit Wertung zu tun.

 

WESHALB GEHT DAS THEMA DER GEBETSHEILER_INNEN MIT SO VIEL VERSCHWIEGENHEIT EINHER?

Ich denke, die Angst, nicht öffentlich darüber reden zu wollen, ist vielmehr eine Angst, nicht ernst genommen zu werden und als «Gesundbeter» belächelt zu werden. Dadurch, dass das Appenzell sehr klein und überschaubar ist, findet eine entsprechend grosse Sozialkontrolle statt. Deshalb habe ich die Regionalität bewusst ausgeweitet. Bei den spirituell schaffenden Geistheiler_innen steht immer eine sehr persönliche und prägende Lebenserfahrung oder ein Schicksalsschlag hinter dem Entschluss, ihre Gabe zu nutzen und als Geistheiler_in zu arbeiten. Sie haben sich dazu entschieden, dank ihrer Fähigkeit zu helfen, ohne dabei ihr eigenes Ego in den Vordergrund zu stellen.

 

WELCHE WIRKUNG AUF DIE ZUSCHAUER_INNEN WÜNSCHEN SIE SICH MIT ZWISCHENWELTEN?

Ich bin davon überzeugt, dass der Film in jedem Menschen etwas bewegen und bewirken kann, wenn er oder sie dafür empfänglich ist. Eine Reaktion an den Solothurner Filmtage war: «Der Film wirkt wie ein Medikament». Das hat mich gefreut.

  

Trailer «Zwischenwelten» von Thomas Karrer

 

Weitere Infos zum Film finden Sie unter: 

www.zwischenwelten-film.ch

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