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Atemtherapie

Atmen heisst leben! Der Atem begleitet den Menschen vom ersten bis zum letzten Atemzug und erfasst den Menschen in seiner Ganzheit, da die Atmung als lebensnotwendige Grundfunktion mit allen Vorgängen im Organismus verbunden ist.

Der Atem als Spiegel unserer Seele reagiert direkt auf unsere körperlichen und seelischen Regungen. Alltagsverhalten, Gedanken, Gefühle und körperliche Veränderungen wirken sich auf die Atmung aus, können diese anregen, vertiefen oder auch einschränken. Ist der Atem für längere Zeit vermindert und flach wie zum Beispiel bei dauerndem Stress, Überforderung, Schmerzen oder bei inneren Konflikten, so geraten wir aus dem Gleichgewicht. Einzelne Körperregionen werden zu wenig angeregt und die Organe werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Energie versorgt. Es entstehen Verspannungen, Blockaden und Erschöpfungszustände im körperlichen und seelisch-geistigen Bereich. Körperliche Beschwerden, Leistungsabfall, Müdigkeit, Unausgeglichenheit und oft auch eine geringe Belastbarkeit können die Folgen sein.

 

Wirkung- und Arbeitsweise

Atemtherapie zählt zu den ältesten therapeutischen Verfahren. Durch die Atemarbeit können körperliche Belastungen, Blockaden und Dissonanzen erkannt und bisher unbewusste Verhaltens- und Denkmuster bewusst werden. Mit dem Finden, Bewusstwerden und Erhalten der natürlichen Atemreaktionen werden gesundheitsfördernde Prozesse in Gang gesetzt und persönliche Ressourcen mobilisiert. Mithilfe von atem- und körperorientierten Übungen sowie Atembehandlungen (über der Kleidung oder auf der Haut) wird die Empfindungsfähigkeit, Selbstwahrnehmung und Differenzierungsfähigkeit gefördert. Das begleitende Gespräch unterstützt die Klienten im achtsamen Wahrnehmen des Atems in seiner Bewegung und Qualität.

Durch das sorgfältige Miteinbeziehen dieser Erfahrungen wird es den Klienten ermöglicht, ihre Wahrnehmung bewusst zu reflektieren. Sie können die persönlichen Veränderungen in Bezug auf Körperwahrnehmungen, der Atemqualität und der Befindlichkeit beobachten und benennen. Dies vertieft und integriert die Wirkung der Therapie und stärkt die Klienten in der Selbstregulation, der persönlichen Gesundheitskompetenz und im selbstverantwortlichen Handeln. Das heisst, die Erkenntnisse und das Erlebte können in den Alltag transferiert und integriert werden.

Atemtherapie kommt in der Einzelsitzung oder in Gruppen zur Anwendung. Sie wird in liegender, sitzender, stehender Position oder in Bewegung ausgeführt.
 

Welches sind Indikationen für eine Atemtherapie?

Die Atemtherapie hilft bei vielen verschiedenen und unterschiedlichen Beschwerden:

  •   Spannungen und Stresssituationen
  •   Ängste und Unsicherheiten
  •   depressive Verstimmungen
  •   Erschöpfungszustände
  •   Schlafstörungen und Müdigkeit
  •   Muskelverspannungen und Schmerzen
  •   Atemwegserkrankungen und Kurzatmigkeit

 

Die Atemtherapie ist aber auch präventiv einsetzbar. Sie

  •   fördert die Entspannung,
  •   gibt Kraft und Energie,
  •   verbessert die Körper- und Selbstwahrnehmung,
  •   stärkt das Selbstvertrauen und
  •   lässt uns besser im Hier und Jetzt sein, d.h. diesen Augenblick wahrnehmen

  

Wir haben unseren Atem als Indikator und Instrument immer mit dabei: Wenn wir ihn aufmerksam wahrnehmen und nutzen, dann können wir ihn zu unseren Gunsten und zur Verbesserung unseres Wohlbefindens einsetzen.

 

Text: Barbara Spahni, Vorstand, Atemfachverband Schweiz AFS, 4600 Olten 

 

https://www.atem-schweiz.ch

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