Was macht eine gute Tier-Mensch
Beziehung aus und wie kann ein wirklich gutes Training aussehen?
Im
Tiertraining gibt es verschiedene Hintergründe, die meisten davon sind
jedoch überholt, werden jedoch trotzdem noch meistens vertreten und danach
gearbeitet: Die einen Trainer (leider sehr viele) arbeiten immer noch mit
Dominanzprinzip: Es gibt nur innerartlich eine Rangordnung und selbst diese ist
nicht als Hackordnung, sondern als fürsorgliche Führung anzusehen. Im
Gegenteil; es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere mit einem hohen
Serotoninspiegel, das heisst, fürsorgliche Tiere mit wenig
Aggressionspotential, in der Rangordnung am höchsten sind.
Dann
gibt es Diejenigen, die den Tieren Gefühle absprechen und der Meinung
sind, Tiere seien nur von "Instinkt" oder "Trieb" gesteuert. Sie glauben auch,
dass Tiere keine Selbstkontrolle lernen könnten. Was natürlich nach
heutigem Wissen der Neurobiologen nicht mehr haltbar ist, jedoch immer noch in
den Köpfen herumgeistert.
Die dritte Variante ist der Meinung,
dass das Tier ein Opportunist ist, und alles nur deshalb macht um einen Vorteil
zu haben und deshalb alles über operante Konditionierung machbar ist. Das
ist sicher die beste Variante, damit kann man am wenigsten Schaden anrichten.
Nur darf keinen Falls vergessen werden, dass Tiere auch Gefühle haben, wie
viel die Beziehung zu seinem Menschen ausmacht. Das befolgen von Signalen hat
nicht nur mit der Konditionierung zu tun, sondern auch mit der Bindung, mit
Gefühlen. Vergleichen wir mit dem Menschen, keiner ist glücklich nur
mit dem Lohn, er braucht Freude, Bestätigung, ein gutes Gefühl bei
der Arbeit. Warum soll es beim Tier anders sein? Beobachten Sie Ihre eigenen
Tiere, sie machen bestimmt vieles, ohne daraus einen Vorteil zu erlangen,
sondern einfach aus Mitgefühl, aus Freundschaft.
Mit dem Clicker
arbeitet man unter anderem auch auf der emotionalen Ebene. Ebenso sind die
Signale mit dem Clicker klar und eindeutig, was von grosser Wichtigkeit ist.
Unklare oder widersprüchliche Signale bringen das Tier in einen Konflikt,
was schlecht für die Bindung ist, das Tier verunsichert. Z.B. man
lässt ein Tier eine Lektion ausführen, lobt es, aber innerlich denkt
man es hätte noch besser oder schneller gehen können. Das ist gemeint
mit widersprüchlicher Signalgebung. Das Tier sieht und spürt jede
kleinste Reaktion an uns. Sind wir gestresst, ungeduldig oder haben wir Angst,
ist die Atemfrequenz erhöht, unser Gesichtsausdruck, die
Körperhaltung, alles ist anders.
Was eine sehr grosse Rolle spielt
ist das Beobachten, man muss beobachten können.
Eine mindestens so
grosse Rolle spielt das Einfühlungsvermögen, sich in das Tier hinein
versetzen können und die Intuition.
Bindung gehört zu den
Grundbedürfnissen jedes Säugers (auch für den Menschen). Die
Bindung ist jedoch gegenseitig, sie kommt nicht einfach vom Tier aus. Auch hier
gibt es neue Forschungsarbeiten über Zusammenhänge von Bindung,
Selbstkontrolle, Frustrationstoleranz, ect..
All diese Kriterien
werden bei mir im Training und Umgang mit den Tieren mit einbezogen.
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