Gesundheitspraxis für Tiere

Sybille Aeschbach
Dipl. Tierhomöopathin/Tierpsychologin ATN Bettwilerstrasse 2
5615 Fahrwangen
Mobil 079 412 95 79
e-mail: syaeschbach@bluewin.ch

oder www.aeschbach.ch
e-mail: info@aeschbach.ch

 



Neuigkeiten und Gedanken in der Tierpsychologie


Mensch-Hund-Beziehung
Altersweide für Pferde - ein paar Gedankenanstösse dazu


Mensch-Hund-Beziehung

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Was macht eine gute Tier-Mensch Beziehung aus und wie kann ein wirklich gutes Training aussehen?

Im Tiertraining gibt es verschiedene Hintergründe, die meisten davon sind jedoch überholt, werden jedoch trotzdem noch meistens vertreten und danach gearbeitet:
Die einen Trainer (leider sehr viele) arbeiten immer noch mit Dominanzprinzip: Es gibt nur innerartlich eine Rangordnung und selbst diese ist nicht als Hackordnung, sondern als fürsorgliche Führung anzusehen. Im Gegenteil; es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere mit einem hohen Serotoninspiegel, das heisst, fürsorgliche Tiere mit wenig Aggressionspotential, in der Rangordnung am höchsten sind.

Dann gibt es Diejenigen, die den Tieren Gefühle absprechen und der Meinung sind, Tiere seien nur von "Instinkt" oder "Trieb" gesteuert. Sie glauben auch, dass Tiere keine Selbstkontrolle lernen könnten. Was natürlich nach heutigem Wissen der Neurobiologen nicht mehr haltbar ist, jedoch immer noch in den Köpfen herumgeistert.

Die dritte Variante ist der Meinung, dass das Tier ein Opportunist ist, und alles nur deshalb macht um einen Vorteil zu haben und deshalb alles über operante Konditionierung machbar ist. Das ist sicher die beste Variante, damit kann man am wenigsten Schaden anrichten. Nur darf keinen Falls vergessen werden, dass Tiere auch Gefühle haben, wie viel die Beziehung zu seinem Menschen ausmacht. Das befolgen von Signalen hat nicht nur mit der Konditionierung zu tun, sondern auch mit der Bindung, mit Gefühlen. Vergleichen wir mit dem Menschen, keiner ist glücklich nur mit dem Lohn, er braucht Freude, Bestätigung, ein gutes Gefühl bei der Arbeit. Warum soll es beim Tier anders sein? Beobachten Sie Ihre eigenen Tiere, sie machen bestimmt vieles, ohne daraus einen Vorteil zu erlangen, sondern einfach aus Mitgefühl, aus Freundschaft.

Mit dem Clicker arbeitet man unter anderem auch auf der emotionalen Ebene. Ebenso sind die Signale mit dem Clicker klar und eindeutig, was von grosser Wichtigkeit ist. Unklare oder widersprüchliche Signale bringen das Tier in einen Konflikt, was schlecht für die Bindung ist, das Tier verunsichert. Z.B. man lässt ein Tier eine Lektion ausführen, lobt es, aber innerlich denkt man es hätte noch besser oder schneller gehen können. Das ist gemeint mit widersprüchlicher Signalgebung. Das Tier sieht und spürt jede kleinste Reaktion an uns. Sind wir gestresst, ungeduldig oder haben wir Angst, ist die Atemfrequenz erhöht, unser Gesichtsausdruck, die Körperhaltung, alles ist anders.

Was eine sehr grosse Rolle spielt ist das Beobachten, man muss beobachten können.

Eine mindestens so grosse Rolle spielt das Einfühlungsvermögen, sich in das Tier hinein versetzen können und die Intuition.

Bindung gehört zu den Grundbedürfnissen jedes Säugers (auch für den Menschen). Die Bindung ist jedoch gegenseitig, sie kommt nicht einfach vom Tier aus. Auch hier gibt es neue Forschungsarbeiten über Zusammenhänge von Bindung, Selbstkontrolle, Frustrationstoleranz, ect..

All diese Kriterien werden bei mir im Training und Umgang mit den Tieren mit einbezogen.



Altersweide für Pferde - ein paar Gedankenanstösse dazu

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Soll das Pferd sterben, einfach eingeschläfert werden oder "gemetzget" werden, nur weil man es altershalber nicht mehr reiten kann? Vielleicht hat es Arthrose am Rücken oder sonstige Beschwerden, die das reiten verunmöglichen, sonst ist es aber noch fit und hat noch viel Freude am Leben.

Also, was tun mit diesen Pferden, wenn man sie trotzdem noch behalten möchte?

Ein Pferd ist ein Herdentier und braucht den Sozialkontakt zu andern Pferden. Trotzdem ist das Pferd kein gezähmtes Wildtier, sondern ein domestiziertes Tier, das heisst durch Zucht über Jahrtausende an das Leben des Menschen angepasst und somit auch Sozialpartner vom Menschen.

Würde ich meinen Hund im Alter einfach ins Freie, in ein Gehege in ein Hunderudel bringen?

Natürlich ist das immer eine Frage der Beziehung zwischen Besitzer und Tier. Vielleicht ist es beim Pferd nicht so ersichtlich wie beim Hund, wie stark es am Besitzer hängt.

Die meisten Pferde, auch in artgerechter Haltung, hatten vorher die Pflege, Behandlung, Zugneigung des Besitzers, trockene, weiche Liegestellen und viel Luxus.

Für Pferde die vorher nie in der Gruppe waren, ist die Umstellung auf die Weide noch viel grösser. Man sollte sich vielleicht überlegen, wie stark das Pferd psychisch und physisch ist, um sich in einer Herde zu integrieren. Es muss sich seinen Rang in der Herde bestätigen können. Dies braucht eine Zeit von mindestens drei Monaten. Das bedeutet am Anfang Stress, dazu kommt viel mehr Bewegung und die ganze Umstellung, das heisst, es braucht sicher viel Energie. Selbstverständlich sollte man dies auf die Sommermonate hin tun, auch das Thermosystem muss sich wieder neu einstellen.

Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten einem nicht reitbaren Pferd noch eine schöne, wohlverdiente Pension zu geben oder eine neue Aufgabe. Z.B. Gruppenhaltung zu Hause, oder mindestens täglichen Auslauf in der Gruppe. Spaziergänge, Joggen, Radfahren, Bodenarbeit, Begleitpferd für junge Pferde, Therapiepferd für Kinder und vieles mehr.

Das Pferd ist doch noch unter Aufsicht, und man spürt eher, wann dann wirklich der Tag X gekommen ist, um es zu erlösen oder vielleicht kann es von alleine sterben, das wäre natürlich, der grösste Wunsch. Zusätzlich kann es vom Besitzer behandelt werden, um ihm seine Altersbeschwerden zu erleichtern.

Vielleicht möchte das Pferd aber auch nur noch einfach sein, und endlich das Leben in einer Herde geniessen, was ihm vielleicht vorher ein Leben lang versagt war.

Ich denke, das ist, wie alles, sehr individuell, es sind einfach Gedankenanstösse.




Sybille Aeschbach
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